IUG - Weiterbildung
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Weiterbildungslehrgang „Innenraumbegutachter nach IUG“

Ziel dieses Weiterbildungslehrgangs ist die Qualifizierung und Zertifizierung zum "Inneraumbegutachter nach IUG".

Motivation und Kontext

Täglich beschweren sich viele Menschen über die schlechte Qualität der Luft in Innenräumen, in denen sie sich überwiegend aufhalten. Sie klagen über Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, brennende und trockene Augen, Reizungen des Atemtraktes und der Haut sowie allergischen Reaktionen ? alles Krankheitssymptome, die unter dem sogenannten „Sick-Building-Syndrome“ zusammengefaßt werden. Auch viele nicht direkt Betroffene fragen nach den Gesundheitsrisiken in Innenräumen und den Gefahren, die von gefährlichen Baustoffen ausgehen. Baufachleute und Bauherren benötigen deshalb mehr denn je solide Kenntnisse zum gesunden Bauen. Hinzu kommen die zunehmenden inneraumbedingten Allergien, wie sie seit jeher durch Hausstaub (Tierepithelien, Hausstaubmilbenexkremente und Schimmelpilz/-sporen...) erzeugt werden können. Derzeit stehen auch (kontakt)-allergene Innenraumschadstoffe wie Formaldehyd in der Diskussion. Eine ökologische und gesundheitsorientierte Bauweise rückt daher mehr und mehr ins Licht der Öffentlichkeit. Die Nachfrage nach umwelt- und gesundheitsverträglichen Baustoffen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Vor allem Architekten, Bauingenieure und Bauherren, aber auch öffentliche Träger, Handwerker, Umweltmediziner sowie Verbraucher- und Umweltberater benötigen immer differenziertere Kenntnisse über die gesundheitliche Unbedenklichkeit und ökologische Verträglichkeit von Baustoffen. Das INSTITUT FÜR UMWELT UND GESUNDHEIT - IUG in Fulda ist spezialisiert auf Untersuchungen von Schadstoffen in Baumaterialien und Innenräumen und arbeitet seit mehr als 15 Jahren auf diesem Gebiet für Firmen, Behörden und Privatpersonen. So wurde das ALLÖKH-Konzept entwickelt: „Allergiker-gerechtes Öko-Haus“. Es sind bereits einige ALLÖKH-Häuser in Deutschland und im Ausland errichtet und entwickelt und zertifiziert worden.

Zur Beurteilung von Innenraumbelastungen werden neben Messungen von Innenraumschadstoffen, wie beispielsweise Formaldehyd, Holzschutzmittel (wie PCP und Lindan), Pyrethroide, leicht flüchtige Lösungsmittel (VOC) und andere, auch Untersuchungen von spezifisch allergenen Stoffen im Haus, in Haushaltsmitteln und im Garten beziehungsweise im Hobbybereich vorgenommen. Entsprechend dem ALLÖKH-Konzept wird auf Wunsch eine ausführliche Allergieanamnese betroffener Hausbewohner durchgeführt sowie bei Sanierung, Ernährung, Therapiemaßnahmen etc. eine Beratung angeboten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die ökologische Produktprüfung, das heißt die Bewertung der Umweltbelastung und Gesundheitsgefährdung, die mit der Herstellung, dem Gebrauch und dem Inverkehrbringen von Bauprodukten verbunden ist. Entlang der Produktlebenslinie wird der Lebensweg des Produktes von der Gewinnung der Rohstoffe, über die Herstellung, bis hin zur Entsorgung (from cradle to grave) erfaßt. Anhand einer Vorprüfung kann ermittelt werden, inwieweit mit einem positiven Prüfergebnis zu rechnen ist. Mit Hilfe von standardisierten Prüfkammerverfahren werden unter definierten klimatischen Bedingungen umwelt- bzw. gesundheitsrelevante Emissionen von Materialien und Produkten festgestellt.

Hohe Qualitätsanforderungen werden durch ständige Weiterbildung sowie durch die enge Zusammenarbeit mit Umweltmedizinern, Baubiologen sowie den wichtigsten Umweltinstitutionen vor Ort, wie zum Beispiel dem Umweltzentrum Fulda e.V. und der Vernetzung mit der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute (AGÖF), dem Allergie-Verein in Europa e.V. (AVE) sowie der Fachhochschule Fulda, immer dem neuesten Stand der Wissenschaft angepasst und gewährleisten einen optimalen Kenntnisstand.

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Aufbau des Lehrgangs

Als Mitglied von Natureplus e.V. werden die Standards für ökologische und gesunde Bauprodukte stetig weiter entwickelt. Durch Seminare, Schulungen und Fachvorträge wird das vorhandene umfassende Fachwissen und Knowhow an interessierte Kreise weitergegeben. In diesem Rahmen findet im Herbst der Weiterbildungslehrgang „Innenraumbegutachter nach IUG“ (Teil I) in den Räumen des INSTITUTES FÜR UMWELT UND GESUNDHEIT - IUG in Fulda statt. Dieser Weiterbildungslehrgang, der sich vor allem an Naturwissenschaftler, ökologisch interessierte Menschen sowie an Ingenieure, Architekten und Bauherren wendet, beinhaltet folgende Module:

  1. Normen, Definitionen, Regelwerke
  2. Innenraumschadstoffe
  3. Emissionsquellen
  4. Innenraum-bedingte Erkrankungen/- Allergien
  5. Energie und Strahlung
  6. Teil II des Lehrganges findet jeweils im Frühjahr statt. In diesem Teil werden Innenraumbegutachtungen und Probenahmen auch in Zusammnearbeit mit der FH Fulda (Labors von Prof. F. Diel) praktisch durchgeführt. Außerdem werden Analyseverfahren sowie Prüfkammeruntersuchungen vorgestellt. Beide Teile schließen mit einer Prüfung sowie ? bei erfolgreicher Teilnahme ? mit der Übergabe des Zertifikates des INSTITUTES FÜR UMWELT UND GESUNDHEIT – IUG.

  7. Innenraumbegutachtung (incl. Gutachten)
  8. Materialprüfungen und Prüfkammerverfahren
  9. Ökologisches Bauen und Sanieren

In zukünftigen Lehrgängen werden die einzelnen Module über das Jahr verteilt angeboten und mit einer Abschlußprüfung durch das Lehrpersonal im IUG abgeschlossen.

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Weiterbildungslehrgang zum Innenraumbegutachter nach IUG

    TEIL I - Module (ganze Stunden)

  1. Normen, Definitionen, Regelwerke (6)
    • Naturwissenschaftliche Grundlagen
    • Definitionen und Normen
    • Regelwerke
    • Grenz- und Richtwerte
  2. Innenraumschadstoffe (8)
    • Formaldehyd
    • VOC und SVOC
    • Glykolverbindungen
    • höhere Aldehyde und Ketone
    • Holzschutzmittel und Pestizide
    • Pyrethroide
    • Sonstige: Weichmacher, Flammschutzmittel u.ä.
  3. Emissionsquellen (8)
    • Intramurale Schimmelpilze
    • Bodenbeläge
    • Kunststoffe und Additive
    • Einrichtungen (Möbel, Zierpflanzen etc.)
    • Farben und Kleber
    • Tabakrauch
  4. Umweltmedizin/Innenraumbedingte Allergien (10)
    • Humantoxikologie
    • Umwelttoxikologie
    • Allergologie
    • Umwelt- und Arbeitsmedizin
    • Sick Building Syndrome (SBS)
  5. Energie und Strahlung (6)
    • Radioaktivität (Rn-222)
    • EMF und geomagnetische Strhalung
    • Energiesparmaßnahmen
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    TEIL II - Module (ganze Stunden)

  7. Die Innenraumbegutachtung (Praxis) (16)
    • Innenraumuntersuchung (Protokoll)
    • Probennahme
    • Innenraumberatung
    • Laboranalytik und Meßverfahren
    • Das Gutachten (GLP)
  8. Materialprüfung und Prüfkammerverfahren (8)
    • Prüfung nach dem ChemG und der GefStoffVO
    • Materialuntersuchungen
    • Prüfkammeruntersuchungen
    • Grenzwertkonzept
  9. Baubiologie, ökologische Baumaterialien und Sanierung (10)
    • ökologische Baumaterialien
    • Baubiologie
    • Wohnpsychologie
    • Sanierung
    • Hauskonzepte
  10. Prüfungen (4)
    • Zertifikat des IUG

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Organisatorisches

Der gesamte Kurs soll maximal 2 Wochen à ca. 40 Stunden umfassen und sich über den Zeitraum zweimal fünf Tagen erstrecken. Ein Kompaktkurs – jeweils zwei Tage – kann bei ausreichender Teilnehmerzahl ebenfalls angeboten werden. Auch hierfür sind spezielle Zertifizierungen für die Teilnehmer vorgesehen. Eine erfolgreiche Teilnahme wird in folgender Form ausgewiesen:

  1. Teilnahme-Zertifikat des IUG:
    1. Für das Kompakt-Seminar
    2. Für die Seminare Teil I und Teil II
  2. Zertifikat für die Berufsbezeichnung «Innenraumbegutachter nach IUG»

Ausbildungspläne können auch individuell entsprechend der Vorbildung und der Berufsgruppe mit den Kursteilnehmern abgesprochen und festgelegt werden. Ein Architekt kann entsprechend seiner Vorbildung/zukünftiges Klientel einen anderen Ausbildungsplan als z.B. ein Oecotrophologe erhalten. Mit dem Eingang der Teilnahmegebühr werden die für das Seminar gültigen Ausbildungsunterlagen überreicht und der Ablauf des Weiterbildungsprogrammes mit den Kanditaten abgestimmt.

Das IUG behält sich vor, Änderungen des Ausbildungsplanes nach eigenen billigen Ermessen auch während des Seminars vorzunehmen. Das IUG übernimmt keine Gewähr für den erfolgreichen Ausgang. So kann bei Nichtbestehen, die entrichtete Teilnahmegebühr nicht zurückverlangt werden.

Der/Die KanditatIn hat jeweils zum Ende des einwöchigen Seminars die Gelegenheit die Prüfung nach einwöchiger Voranmeldung zu wiederholen. Eine Einschränkung über die Zahl der Wiederholungen gibt es, soweit die Prüfungsgebühren bei Anmeldung entrichtet wurden, nicht. (siehe Gebührenordnung)

Bei zu geringer Teilnehmerzahl behält sich das IUG vor, die angekündigten Seminare auszusetzen. Die bereits gezahlten Teilnahmegebühren werden in diesem Fall ohne Abzug erstattet. Hiervon bleiben die Wiederholungsprüfungen unberührt.

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Kosten, Anmeldung und weitere Informationen

Leitung: Dr. Eva Diel / Prof. Dr. Friedhelm Diel / Dr. Michael Fischer

Für Teil I und Teil II wird eine Teilnahmebescheinigung vergeben.

Im Teil II (im Frühjahr) werden Innenraumbegutachtungen, Probennahme, Analytik und Prüfkammeruntersuchungen durchgeführt und mit einer Prüfung sowie der Übergabe des IUG-Zertifikates abgeschlossen.

Kosten:

Die Belegung einzelner Module ist möglich. Kosten auf Anfrage! Studierende und Arbeitslose erhalten (bei Nachweis) bis zu 50 % Ermäßigung. Mindestteilnehmerzahl: mindestens 8 Personen. Unterrichtsmaterial sowie Getränke und Pausensnacks werden gestellt.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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